{"id":2779,"date":"2021-02-13T17:50:14","date_gmt":"2021-02-13T16:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/?page_id=2779"},"modified":"2021-02-17T22:53:41","modified_gmt":"2021-02-17T21:53:41","slug":"erlebnisse-im-winter-1944-45-in-unserem-keller","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/?page_id=2779","title":{"rendered":"Erlebnisse im Winter 1944-45 in unserem Keller"},"content":{"rendered":"\n<h1><\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Schankstor-alt3.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"864\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Schankstor-alt3-864x1024.jpg\" alt=\"Schankstor\" class=\"wp-image-2852\" srcset=\"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Schankstor-alt3-864x1024.jpg 864w, https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Schankstor-alt3-253x300.jpg 253w, https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Schankstor-alt3-768x911.jpg 768w, https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Schankstor-alt3.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 864px) 100vw, 864px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Otmar Grewenig hat uns die Aufzeichnungen seines Gro\u00dfvaters Peter Grewenig (1881- 1963) vom Ende des zweiten Weltkrieges zur Verf\u00fcgung gestellt. Es beginnt mit:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Suetterlin.png\"><img loading=\"lazy\" width=\"781\" height=\"125\" src=\"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Suetterlin.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2784\" srcset=\"https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Suetterlin.png 781w, https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Suetterlin-300x48.png 300w, https:\/\/heimatfreunde-welschbillig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Suetterlin-768x123.png 768w\" sizes=\"(max-width: 781px) 100vw, 781px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Da diese Schrift nur noch wenigen Lesern bekannt ist, hat Otmar Grewenig die Aufzeichnung aus der altdeutschen Schrift \u201eS\u00fctterlin\u201c in die f\u00fcr uns heute \u00fcbliche lateinische Schrift \u00fcbertragen. Dieser \u00fcbertragene Text ist untenstehend wiedergegeben. Die <a href=\"http:\/\/um-bruch.net\/hfw\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Erlebnisse-im-Winter-1944-45-in-unserem-Keller.pdf\">Originalaufzeichnung<\/a> kann ebenfalls noch eingesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist ein f\u00fcr Welschbillig wohl einmaliges Zeitdokument aus der Kriegszeit. Herzlichen Dank an Otmar Grewenig zur \u00dcbertragung sowie auch zur freundlichen Genehmigung, diesen Text hier zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberschriften der einzelnen Abschnitte, wie im nachfolgenden Inhaltsverzeichnis aufgef\u00fchrt, wurden von den Heimatfreunden eingef\u00fcgt und sind nicht Bestandteil der Aufzeichnungen von Peter Grewenig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inhalt:<\/strong><br><a href=\"#text1\">Der Gew\u00f6lbekeller<\/a><br><a href=\"#text2\">Weihnachten 1944<\/a><br><a href=\"#text3\">Neujahrstag 1945<\/a><br><a href=\"#text4\">Die Amerikaner kommen<\/a><br><a href=\"#text5\">Das dritte Reich<\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p id=\"text1\"><strong>Der Gew\u00f6lbekeller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon im Sommer und Nachsommer mu\u00dften wir im Hause und die ganze Nachbarschaft bei Fliegergefahr in unserm unterm Hause gew\u00f6lbten Keller Schutz nehmen. Der selbe war so gut es eben m\u00f6glich war mit Notb\u00e4nken versehen und die allernotwendigsten guten Kleider und auch Lebensmittel in Kisten u. Holzkoffer untergebracht. Nun wurde die Gefahr von Tag zu Tag gr\u00f6\u00dfer so da\u00df wir gezwungen waren auch im Keller zu schlafen.<br>Mein Bruder Josef zimmerte tadellose Notbetten 5 St\u00fcck darin das Gew\u00f6lbe durch die Mitte abgest\u00fctzt und mu\u00dfte nun auch da schlafen wenigstens teilweise. Die anderen machten jeden Abend ihre Betten in die Stube, vor wo die Fenster au\u00dfen 3-4 mal doppelt mit dicken Bohlen zugestellt waren, so da\u00df gegen Artilleriebeschuss fast sicher war. Im Keller waren Schlafstellen f\u00fcr die Mutter, Frau Helfen, unserem Karl Schwiegermutter, Pettich Lin (Anmerkung Otmar: Pettich = Hausname in der Nachbarschaft,<br>Lin = Magdalena Roth) , 2 Leute von Minden (G\u00f6bel) welche 2-6 Monate hier evakuiert waren, dann 2 Kinder von Helfen Karl und Schwager Peter seine Tochter und ich und meine Frau Angela. So begann nun im Dezember\/Januar auch der Artelleriebeschu\u00df aus der zur\u00fcckgehenden Front aus Frankreich nach Luxemburg von wo aus wir dauernd mit Granaten beschossen wurden. Diese waren nicht so verheerend wie Bomben. \u00dcber das Ungewisse jede Sekunde k\u00f6nnte eine Granate einschlagen und auch treffen so da\u00df man jede Minute mit der gr\u00f6\u00dften Gefahr bedroht war. Am 20. Januar feierten wir mit der ganzen Nachbarschaft Bettag im Keller was mir pers\u00f6nlich so schlimm es war sehr gut gefiel. Der Keller wurde immer besser eingerichtet rund um an den W\u00e4nden mit Sperrplatten bekleidet und ein sch\u00f6ner Dauerbrenner und mit elektrischem Licht ausger\u00fcstet so da\u00df es sehr behaglich darin war. Nun f\u00fchrte die fromme Helfensmutter und Pettich Lin auch ein, den Rosenkranz jeden Mittag nach dem Essen und jeden Abend vorm schlafen gehen zu beten was auch streng eingehalten wurde.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"text2\"><strong>Weihnachten 1944<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Weihnachtstage 25. Dez. 44 war nun der erste schlimme Angriff ungef\u00e4hr 10 \u00bd Uhr vormittag gleich nach der Messe. Pl\u00f6tzlich setzten Flieger mit Bomben und Bordwaffen u. Artelleriebeschu\u00df ein und niemand konnte sich mehr in Sicherheit bringen. Es ging so pl\u00f6tzlich so verheerend zu da\u00df jeder dachte sein Letztes zu sein. Wir lagen fast alle in der Stube zwischen den Fenster auf dem Boden und alles krachte und donnerte und zum ersten male die Bordwaffen zischten andauernd es war schlimm.<br>So es nun ruhig war mu\u00dften wir alles geschehene besehen. Metzdorf Lorenz sein Haus und B\u00fcschet Sattler waren verschwunden in Metzdorf Haus 5 Tote und B\u00fcschet 4 Tote und im ganzen 17 Tote. Am anderen Tage mu\u00dften nun alle Schreiner S\u00e4rge machen, auch ich machte 4 S\u00e4rge f\u00fcr diese so traurig umgekommenen Leute.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p id=\"text3\"><strong>Neujahrstag 1945<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite schlimmste Tag der selben Art war Neujahrstag 1945 wo nun Helfens Haus getroffen wurde und Karl mit allen in der K\u00fcche auf dem Boden lagen und alle Splitter und T\u00fcren und Fenster \u00fcber sie flogen es war so verheerend. Nun mu\u00dften wir auch Karl mit Frau und Su\u00df (Susanne Hubert) unterbringen bis Karl nach sehr vieler Arbeit das Haus wieder etwas wohnlich die Vorderzimmer in Stand gesetzt hatte. Das sch\u00f6ne Schieferdach hat er so mit Not noch ausbessern k\u00f6nnen und die Hinterseite mit Brettern zugeschlagen weil es an allen Baumaterialien fehlte. Unter Artelleriebeschu\u00df und Bomben hat er auf dem Dach gesessen es ausbesserte und zu machte. So waren nun die Rohre der Artellerie auch 2 mal jedesmal \u00fcber ein Tag lang auf unser Haus gerichtet so da\u00df man es kaum wagen konnte auf den Klo zu gehen und froh war wenn das Vieh gef\u00fcttert war. Im Keller f\u00fchlten wir uns etwas sicher aber die gro\u00dfe Angst das obere Stock kommt gefallen war Tag und Nacht unsere Sorge. Es schlugen ein in Pettich ihrem Garten, hinter Schank in alle G\u00e4rten wo fast alle B\u00e4ume besch\u00e4digt waren. Dann in den Weg bei unserem Maschinenschuppen wo dieser erheblich kaputt war. Dann eine Granate mitten in die Bienen und eine in die Pappel dann in den Garten. Nun in die Vorderfront von Marbach, ganz herabgeworfen und eine gleich vorm Hause so da\u00df alle D\u00e4cher kaputt waren und in 24 Fenstern fast alle Scheiben kaputt waren. Ich hatte mir noch Glas besorgt so da\u00df ich fast alle Fenster wieder ausbesserte noch ein Teil mit Sperrholz und in der Werkst\u00e4tte, Waschk\u00fcche und Stall die unteren Scheiben mit Drahtglas.<\/p>\n\n\n\n<p>So gab es jetzt jeden Tag neue Ger\u00fcchte da\u00df die Amerikaner einr\u00fcckten in Luxemburg. Die M\u00e4nner an der Spitze von denen die aus Frankreich bis Welschbillig gelaufen kamen dann ganz geringe Truppenteile oft nur 10-20 Mann einer Einheit ohne F\u00fchrung ohne Verpflegung die wie junge Herrgotten in Frankreich herumschwelgten und als es pl\u00f6tzlich brenzlig wurde hauten diese ab. Die USA r\u00fcckte st\u00e4ndig nach nur in Luxemburg haupts\u00e4chlich Echternach dauerte es wochenlang bis es weiterging auch in Gegend um Aachen waren noch schlimme K\u00e4mpfe auch in Gegend Echternach setzten die Deutschen noch heftig Gegenwehr. Als dies sich wieder gesammelt und Nachschub besorgt war, aber es war vergebens die so ausger\u00fcstete Macht dieser nichts im Wege was diese halten kann. Kein Panzergraben keine Panzersperre ist diesen den geringsten Aufenthalt. Ich glaube da\u00df die deutsche Wehrmacht sich diesen Feind zu gering, man meint fast als Kinder vorgestellt haben, da\u00df wenn diese an einen 2,80 Meter tiefen u. 3,50 Meter breiten Graben oder an eine Panzersperre k\u00e4men sich sagen w\u00fcrden: O Weh jetzt m\u00fcssen wir umkehren es geht nicht mehr durch hier wir m\u00fcssen zur\u00fcck nach Amerika. Aber nein, lachend fuhren diese durch, oft ein schweres Gef\u00e4hrt was den Graben etwas zugesto\u00dfen hat von den &nbsp;Seiten und dann glatt durchfuhren. Den ganzen Herbst \u00fcber mussten alle M\u00e4nner von 14-60 Jahren Graben machen, es ist wichtiger wie alle anderen Arbeiten sagten unsere Beamten und Parteim\u00e4nner es wurden alle Hitlerjungen der Mosel vom Gau Koblenz, Zell und Cochem hergerufen welche uns die Felder kaputt machten, viele f\u00fcr wahrscheinlich immer nicht mehr brauchbar. Diese Jugend von Adolf waren so frech, stellten alles an, haben H\u00fchner, Kaninchen und Fleisch gestohlen. Arbeiten ohne F\u00fchrung da diese durch (? Wort nicht entziffert) nicht mehr genug Zeit hatten die Aufsicht zu f\u00fchren.<br>Ein ganzes Kommando Polizisten war hier mit leichten Flaggesch\u00fctzen eingesetzt um diese Bengel vor Fliegern zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"text4\"><strong>Die Amerikaner kommen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf einmal hie\u00df es nun die Amerikaner kommen n\u00e4her sind durch Luxemburg bis an der Grenze es wurde gemunkelt sind \u00fcber die Sauer. Man wu\u00dfte nichts richtiges, da die elektrische Leitung schon wochenlang kaputt war und nicht mehr herzustellen war und nichts vom Radio h\u00f6ren konnte, als pl\u00f6tzlich am 28.02.45 unsere M\u00e4dchen auf dem Speicher zum Fenster heraus sahen wie die USA breit ausgeschw\u00e4rmt und unter Artelleriebeschu\u00df die Lochen (Anm.: Flur oberhalb der Resterwiese) \u00fcber Resterwiese (Anm.: Flur gleich hinterm Umweg, rechts der Pelzer-M\u00fchle) herunter kamen. Es war einerseits ein etwas erregender Augenblick, den wir schon lange geahnt hatten nur bei den Parteimenschen nicht wissen durfte um nicht aufgeh\u00e4ngt oder erschossen zu werden denn G\u00f6bels war immer noch fest am Radio ? (Anm.: Wort konnte nicht entziffert werden) (Wir siegen). Das Einr\u00fccken dieses Nachmittags war ziemlich ruhig. Es kamen nur verschiedentlich neue Truppen zur Besatzung welches alles ganz gut vor\u00fcberging aber es h\u00e4tte sogar sehr gut ohne Klage gehen k\u00f6nnen wenn nicht unsere so ber\u00fchmte und Adolf seine Lieblingswehr nicht das allerschlimmste im Feindesland gemacht h\u00e4tte, und wollten die USA uns einen Wink geben wie es da zuging. Wir mu\u00dften 3x mit Mann und Maus heraus in einer Stunde oder auch nur \u00bd Stunde auch nicht in den Keller in die Kirche oder Schule hie\u00df es. Nun habe ich mir oft mit vielen Bitten die Werkst\u00e4tte erbeten dort zu bleiben was sie nun, weil kein Eingang ins Haus jedesmal erlaubt wurde.<br>Hier hausten wir nun mit der ganzen Familie und oft noch Nachbarn mit alles schlafen und wohnen. Weil wir nun m\u00f6glichst alles retten wollten hatten unsere M\u00e4dchen Johanna, Fina, K\u00e4tti, Mutter und B\u00e4bi so viel Arbeit mit pl\u00fcndern in die Waschk\u00fcche unsere ganzen Sachen Betten (Bettbezug) Helfens ihre ganzen Sachen den Leuten von Minden ihr Sohn wo ein Wagen voll Gem\u00f6bels von (Pir) (Anm.: Pir = Peter Hubert vom Merteshof) Huberts Sohn und Familie Peters dem Schwiegersohn von Pir. Auch diese hatten wir l\u00e4ngre Zeit hier bei uns, Pir und B\u00e4b und ein kleines Kind waren im Hause und Nik. Peters mit Frau K\u00e4tti und 2 Buben in unserer &nbsp;Waschk\u00fcche. Die Waschk\u00fcche war so voll belegt da\u00df wir kaum Platz hatten uns darin zu bewegen und abends Platz machen mu\u00dften zum Schlafen, Ich sagte oft, so gut hatte ich es noch nie in meinem Leben, den Ofen gut stochern und dabei sitzen bleiben und durften zum Schl\u00fcsselloch herausschauen was drau\u00dfen vorging.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Pl\u00e4tze und Stra\u00dfen waren mit Auto besetzt, das hei\u00dft an den zwei festgesetzten Stunden morgen 1 Stunde und abends 1 Stunde durfte die Stra\u00dfe benutzt werden zum F\u00fcttern. Auch habe ich mir ab und zu den Keller erbeten zum Schlafen wo wir dann mir 3 Mann mit geladenem Gewehr die 2 Schritte in den Keller gef\u00fchrt wurden da es au\u00dfer der erlaubten Stunde war, und sonst Gefahr liefen bei Dunkelheit von den Stra\u00dfenstreifen erschossen zu werden, welche schon immer an den Gewehren rappelten. So ging nun auch dieses vor\u00fcber und kamen auf Helenenberg einige hundert Mann Besatzung auch Schwarze dabei. Letztere kamen nun fast t\u00e4glich nach Welschbillig und suchten alles aus nach USA Kleidung und Munition und waren besessen auf Brantwein. Sie nahmen diesen wo es eben zu nehmen war auch im Keller und den geheimsten Stellen. Motorrad und Fahrr\u00e4der konnte man nicht genug verstecken. Augenblicklich ist es nun ruhig hier weil die Besatzung in Helenenberg fort ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Man spricht von der dauernden Besatzung von USA oder Belgier und sogar zivil Luxemburger, wir m\u00fcssen abwarten und alles nehmen wie es kommt, ein erwidern und nicht machen gibt es wahrscheinlich auch hier nicht, es f\u00e4llt uns aber auch nicht schwer, da wir von unserer alten Wehrmacht aber haupts\u00e4chlich von den Parteimenschen alles, auch das Allerstrengste gewohnt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder ich m\u00f6chte sagen jeder Lump der einen Posten zu versehen hatte auf B\u00fcro und sonst handelte frech und eigenn\u00fctzig. Ein Beweis das ein fremder Lehrer von Ittel (nicht Soldat) hier Ortsgruppenleiter war und bei dem noch in deutscher Regie bei Schanzarbeiten mit gelber Uniform und Revolver an den Gr\u00e4ben vorbeimarschierten wo alle M\u00e4nner jung und alt in Graben arbeiteten sogar Beamte und Geistliche standen unter diesem Lumpskommando und hei\u00dft da\u00df er augenblicklich im Straflager sei, um nun seine T\u00fcchtigkeit als Partei- und SA-Mann zu beweisen, zu bereuen und dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"text5\"><strong>Das dritte Reich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das dritte Reich was ewig dauern sollte hatte aber nur kurze Lebzeit was aber Hitler zu verdanken ist, der nur nach seiner Idee und nach seinem Kopf regierte und niemand auch den besten General nichts \u00e4ndern d\u00fcrfen um nicht aufgeh\u00e4ngt zu werden. Man sch\u00e4tzt den Feind zu gering aber drei Gro\u00dfm\u00e4chte wie Amerika Russland und England, kaum ein Land wenn es auch pralerischer Weise Gro\u00dfdeutschland genannt, w\u00fcrde nicht auf Dauer widerstehen. Ein sch\u00f6nes, bei Friedenszeiten wundersch\u00f6nes und geregeltes Vaterland ist nun wahrscheinlich f\u00fcr ewig verloren und tut einem sehr wehe sein Vaterland den Namen zu verlieren und unter anderes Regiement zu kommen. Das ist unserem allerber\u00fchmten Adolf ganz allein zu verdanken. Er w\u00e4re besser Anstreicher und Maurer geblieben. Er ist alles schuld alle M\u00e4nner und S\u00f6hne zu verlieren alle St\u00e4dte zu vernichten wie er sagt vom Ausland ausradieren und so hat er seine St\u00e4dte ausradiert bekommen und augenblicklich wo es in aller N\u00e4he um Berlin Russen und Amerikaner sich treffen, siegen die paar Deutschen welche da zusammengedr\u00e4ngt sind noch immer, da\u00df hei\u00dft die nicht welche mit tausenden in Gefangenschaft laufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wieder zu meinem Haus zur\u00fcck. Mein Sohn Karl welcher als Eisenbahner in Ru\u00dfland war mu\u00dfte urpl\u00f6tzlich ohne noch um sich zu greifen abhauen, zu Fu\u00df laufen bis eine Fahrgelegenheit war und 3 Tage ohne zu essen nach Hause kam. Meine anderen S\u00f6hne Johann, Willi u. Otto sind in Ru\u00dfland gewesen. Thomas welcher zum zweiten mal eingezogen ist und Martin wissen wir nicht wo diese sind. Es geht z. Zeit gar keine Post und keinerlei Verkehr, alles ruht und sind wir in gr\u00f6\u00dfter Besorgnis um diese 5 S\u00f6hne und diese bestimmt nicht minder um uns und ihre Heimat. Die am Radio, wenn sie noch etwas h\u00f6ren die Frontbeschreibung Echternach und Sauer und sogar Welschbillig genannt wurde was noch alles steht oder niedergeschossen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Augenblicklich ist es nun ganz ruhig hier. Das Kellerleben h\u00f6rt auf, haben unsere Schlafzimmer wieder belegt. Ungest\u00f6rt und ohne Angst lassen wir die andauernde oft den ganzen Tag \u00fcber, die Flieger sehr tief \u00fcber uns fliegen und m\u00fcssen das Kommende abwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch vergessen habe ich zu erw\u00e4hnen da\u00df an 2 Tagen die ersten Tage unserer neuen Einquartierung die Deutschen ihre Gesch\u00fctze umgedreht haben und in allern\u00e4he Welschbillig noch uns getroffen haben und noch am letzten Tage wieder und gro\u00dfe Sch\u00e4den angerichtet auch noch einige Treffer in die Kirche wo auch schon die USA die Turmspitze abgeschossen hatte. Die Gesch\u00fctze standen zu beiden Seiten, erst die Deutschen und am anderen Tage die amerikanischen unmittelbar nun den Ort Welschbillig auf Schilzenburg, Umweg, auf der Tonn usw., sogar auf Geid so da\u00df der Abschu\u00df sehr krass war und im Keller jedesmal meinte das Haus w\u00e4re mitgeholt und alles zitterte. Bei uns dauerte der Beschu\u00df von allen Seiten Amerikas etwas l\u00e4nger, da dass Kylltal etwas schwierig war, die hohen steilen Berge und hatten die Deutschen sich noch etwas gestellt, bis dieses Tal \u00fcberstiegen war ging es mit gro\u00dfen Schritten auf Berlin zu.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ende)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Otmar Grewenig hat uns die Aufzeichnungen seines Gro\u00dfvaters Peter Grewenig (1881- 1963) vom Ende des zweiten Weltkrieges zur Verf\u00fcgung gestellt. Es beginnt mit: Da diese Schrift nur noch wenigen Lesern bekannt ist, hat Otmar Grewenig die Aufzeichnung aus der altdeutschen Schrift \u201eS\u00fctterlin\u201c in die f\u00fcr uns heute \u00fcbliche lateinische Schrift \u00fcbertragen. 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