Kreuzweg

Der Kreuzweg zum Geider Kreuz existiert seit 1984. Mit Sandsteinkreuzen wurden 1988 die einzelnen Stationen dargestellt und im Jahre 2000 mit Bronzereliefs, entworfen von Pater Rudolf Fritz SMM, ergänzt.

Nachfolgend die Bronzereliefs der einzelnen Stationen mit Zitaten aus der Bibel und Texten von P. Rudolf Fritz. Abbildungen und Texte stammen weitgehend aus seiner Schrift „Welschbilliger Kreuzweg„. Die Reliefs weichen teilweise sehr von den uns bekannten Kreuzwegdarstellungen ab und weisen weit über die geschichtlichen Ereignisse von vor 2000 Jahren hinaus. Sie stellen eine Verbindung zur heutigen Wahrnehmung unserer Welt dar. Leben ist nur möglich, wenn Menschen Gott nicht aus den Augen verlieren.

I. Station   JESUS, ZUM TODE VERURTEILT
I. StationWeggeschafft
aus der Welt geschafft
Für sein Reich ist in dieser Welt kein Platz
Wer schafft aus der Welt?

Da kam einer mit den Wolken des Himmels,
Einer wie ein Menschensohn.
Daniel 7, 13b

Bild: Jesus steht den  Machthabern dieser Erde gegenüber. Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld, dargestellt durch die Schüssel mit Wasser rechts.


II. Station   JESUS NIMMT DAS KREUZ AUF SICH
II. Station
Er trägt alles
Er erträgt uns
Er erträgt mich
Er hält mich – trotz allem.

Jerusalem, Jerusalem,
das da tötet die Propheten und steinigt die zu ihm gestanden.
Mattheus 23, 37

Bild: Jesus trägt das Kreuz und die Welt mit ihren Problemen, dargestellt durch Häuser und Flamme.

III. Station   JESUS FÄLLT ZUM ERSTEN MAL UNTER DEM KREUZ
III. Station
Er geht seinen Weg ohne jede Sicherheit,
doch gewiss, auf dem rechten Weg zu sein.

IV. Station   JESUS BEGEGNET SEINER MUTTER
IV, Station
Das Leben schenken,
Leben ermöglichen,
Leben hervorbringen, es schützen …

Bild: Ohnmächtig gegen die Zerstörungswut vieler Menschen

V. Station   SIMON VON CYRENE HILFT JESUS DAS KREUZ TRAGEN
V. Station
Einer, der Hand anlegt.
Einer, der anpackt.
Einer, der aus der Reihe tanzt.
Einer, der Leben ermöglicht.

Bild: Simon von Cyrene hilft, während andere gefühllos zuschauen. Das Kreuz mit Blättern als Lebensbaum; mit seinen Blättern werden die Völker geheilt.

VI. Station   VERONIKA REICHT JESUS DAS SCHWEISSTUCH
VI. Station
Eine, die Hand anlegt.
Eine, die anpackt.
Eine, die aus der Reihe tanzt.
Eine, die Leben ermöglicht.

Bild: Fische als Zeichen des Lebens, Wasser, Bäume, Jesu Angesicht  und Städte in denen wir leben sind in einem Fenster sichtbar. Leben ist im Licht möglich.

VII. Station   JESUS FÄLLT ZUM ZWEITEN MAL UNTER DEM KREUZ
VII. Station
In Grund und Boden stampfen ihn die Mächtigen.
Für so einen ist kein Platz in der Welt
der Mächtigen und Führernaturen.

Bild: Stern und Krippe sind Sinnbild für das wahre Licht, das durch ihn in die Welt gekommen ist. Die wunderbare Brotvermehrung symbolisiert, dass  wir alles zum Leben Notwendige erhalten. Und doch erkannte ihn die Welt nicht.

VIII. Station   JESUS BEGEGNET DEN WEINENDEN FRAUEN
VIII. Station
Die, die unser Leben erst ermöglichen, werden von den Mächtigen an die Wand gedrückt.

Bild: Jene, die unser Leben weitertragen, gelten in unserer Gesellschaft nicht viel.

IX. Station   JESUS FÄLLT ZUM DRITTEN MAL UNTER DEM KREUZ
IX. Station
So einer gehört nicht in diese Welt.
Es kann nur der überleben, der sich auch behaupten kann.

Bild: Der Anblick der Schlange auf der Stange rettet die Menschen vor dem Tode, aus Numeri 21, 6-8
Die Königskrone ohne Macht ist in unserer Welt wertlos. Gegen die scheinbar Schwachen wird Gewalt ausgeübt.


X. Station   JESUS, SEINER KLEIDER BERAUBT
X. Station
Bloßgestellt,
Wehrlos den Mächtigen ausgeliefert.
Mit so einem ist kein Staat zu machen.
Führernaturen werden gebraucht.

Bild: Als nackter Mensch, bloßgestellt, so will Gott offenbar unter uns sein. Dies widerspricht unserem Verständnis von einer Machtgestalt.

XI. Station   JESUS WIRD ANS KREUZ GENAGELT
XI. Station
Hämmer zum Festnageln,
viele Hämmer.
Der für mich ist auch dabei?
Festnageln, bloß nicht frei lassen,
nichts tun lassen.
Festnageln, ein für allemal.
Die Welt muss berechenbar bleiben.

Bild: Der Mensch soll berechenbar, fixiert, bleiben. Freie Gedanken müssen unterbunden werden.

XII. Station   JESUS STIRBT AM KREUZ
XII. Station
Kreuz, aus der Erde wachsend,
verankert in der Erde,
ganz von der Erde, für die sich Gott entschieden hat.

Bild: Das vorhandene Kreuz auf dem Geider Berg wurde als XII. Station in den Kreuzweg mit einbezogen.

XIII. Station   JESUS WIRD VOM KREUZ ABGENOMMEN UND IN DEN SCHOSS DER MUTTER GELEGT
XIII. Station
Geschafft?
Endlich aus der Welt geschafft?

Der in der Krippe lag,
der Bloßgestellte ist nicht aus der Welt zu schaffen.
Der seine Hände auflegt, in die Arme nimmt,
ist nicht aus der Welt zu schaffen.

Sein Kreuz ist eingegraben in die Erde.


XIV. Station   JESUS WIRD INS GRAB GELEGT
XIV. Station
Sohn Gottes,
Gott, der aus der Welt geschafft werden soll,
in die Erde gesät,
verwurzelt in ihr,
die Erde durchdringend,
Sauerteig.

Bild: Weizenkorn das keimt und seine Frucht bringt.
Sonne, Erde, Wasser und das Weizenkorn.



Wegzkizze Welschbilliger Kreuzweg
Die Aufstellung der Kreuzwegstationen am Geider Berg folgt nicht der üblichen Reihenfolge von Kreuzwegen. Nach der XI. Station, „Jesus wird ans Kreuz genagelt“, geht man an den Stationen XIV und XIII vorbei zum Geider Kreuz, der Station XII, „Jesus stirbt am Kreuz“. Der Rückweg zum Dorf führt dann erst folgerichtig zu den Stationen XIII und XIV. Diese Besonderheit rührt von der Einbeziehung des vorhandenen Geider Kreuzes als XII. Station her.

Geid_Skizze_Kreuzweg


Scan der Originalschrift „Welschbilliger Kreuzweg“ wie auch die daraus auszugsweise wiedergegebenen Abbildungen und Texte mit freundlicher Genehmigung von Pater Rudolf Fritz SMM (Montfortaner, Societas Mariae Montfortana)
Die Bronzereliefs wurden von der Kunstgießerei Schweitzer aus Köln ausgeführt.

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